Saturday, February 25, 2012

Old Terry Richardson Pics

There are still some pics left and to make it more prominent, I decided to post Natalie's comment up here so all the lazy readers know what this is about:

hi MEL,
thank you very much but luckily i was able to recover those 3, plus these ones:
http://imgur.com/a/ROsRh
i hope you like them.

just incase anyone missed my request comment in the other post, here are the thumbs nails of the six photos, i lost, that were on the old Terry Richardson site back in 2004:
http://imgur.com/a/q5ZbM
i'm trying to get them all back but i just cant find them anywhere :(


just incase any of you might have a Gallo picture archive folder on your computer and don't want to search through all of the files,
here are the name and sizes of the six thumnails that we are searching for:
Gallo Flannel 2.jpg -85k
GalloBlood.jpg -131k
GalloFocus.jpg -107k
GalloBWjesus.jpg -141k
GalloGirls.jpg -160k
GalloJesus.jpg -99k


and by any chance you have these on your computer and find it in your heart to share:
GalloOreo.jpg -149k
GalloRedshirt1.jpg -162k
GalloRedshirt4.jpg -148k
Gallo Shirt 1.jpg -140k
Gallo flannel 3.jpg -122k
Gallo snow 4.jpg -135k
Gallo snow 5.jpg -126k
Gallo snow 6.jpg -115k

those ones^ were also on the old Terry site,
but i did not have them saved at all...i would love to view those ones too.
 



As requested, I want to post some pics from the 2004 Terry Richardson photo shoot Vincent did. Sadly, these are the only ones I could find so far :(



German Article on Kaspar Hauser

...which I might translate once I have the time to do so :)


Vielleicht der abstruseste Trailer des diesjährigen Rotterdam Filmfestivals: Ein Kerl in weißer Kleidung, er trägt eine Lederjacke und Fingherlose Lederhandschuhe, steht in Diskopose breitbeinig auf einem endlos scheinenden Feld. Er hebt die Hand zum Himmel, Ufos gleiten über ihn hinweg, insgesamt drei. Sie Ordnen sich zu einem Dreiecksgestirn an. Dazu hören wir elektronische Musik von Vitalic. In der Tat: Dies ist die Eröffnungseinstellung von La Leggenda di Kaspar Hauser, einer Adaption der Kaspar Hauser-Geschichte des italienischen Filmemachers Davide Manuli. Eines sei dem Werk zugestanden: Der Film verweigert sich einer klaren Zuordnung auf mehreren Ebenen, mit bravour – damit hat er in der Tat einiges mit dem Trailer gemein, im positiven wie auch im negativen Sinne.



Nach der Eröffnung folgt eine Geschichte, die kaum eine ist, und auf einer fiktiven Insel irgendwo in Europa verortet wird, Sardinien diente hierfür laut Angabe des Hollywood Reporter als Kulisse. Inszeniert wird das Ganze allerdings in ansprechenden Schwarz-Weiß-Bildern als zeitloses Niemandsland, das nur von einigen wenigen abstrusen Gestalten bewohnt wird. Der Sheriff (furchtbar großartig: Vincent Gallo) sorgt für Ordnung und nimmt entsprechend den bewusstlosen Kaspar Hauser, der eines Tages am Strand angespült wird, bei sich auf um ihn zu zivilisieren. Sein bösartiger Bruder, der Pusher (ebenfalls Vincent Gallo, hier allerdings fast schon ein Charakter), stört die Ordnung im Auftrag der machthungrigen, despotischen Herzogin. Gleichermaßen stellt er die Drogenversorgung der kleinen Bevölkerung sicher. Dazu kommt eine Prostituierte, die nur „Whore“ genannt wird, ein Kerl mit einem Esel, ein Deformierter und der etwas sadistisch anmutende, völlig fanatische Pfarrer. Das Ganze ist in ein sonderbares, völlig künstliches Post-Western Science-Fiction Setting getaucht und bis zur Sinnauflösung mit Floskeln, philosophischen und religiösen Versatzstücken, historischen Anspielungen zur Vorlage, Wiederholungen, Nonsenseinlagen und exponierter Künstlichkeit angereichert. Als deutlichstes Element, als vager roter Faden, drängt sich dabei der immer wieder erscheinende Verweis auf die moderne Technokultur auf. Denn der Sheriff ist nicht nur Sheriff, sondern auch DJ. Kaspar Hauser wird von ihm entsprechend nicht nur als möglicher Messias betrachtet, sondern auch als Schüler, denn der unbeholfene Sonderling erwacht nach einiger Zeit direkt zu elektronischen Beats und trägt permanent Kopfhörer. Kaspar Hauser trägt Iro, eine Tätowierung seines namens auf der Brust, Trainigsanzüge von Adidas und scheint völlig rastlos angetrieben von Beats in seinem Kopf – ein wandelndes Energiebündel also. Soviel zum Setting.


Kurz zur historischen Person und Inspirationsquelle, obwohl sie hierzulande vermutlich flächendeckend bekannt sein sollte: Hinter dem Namen steckt ein mysteriöser, 16-jähriger Junge, der 1828 in Nürnberg auftauchte, sonderbare Dinge von seiner Kindheit erzählte und seither als einer der sonderbarsten Mythen der deutschen Geschichte wie ein Gespenst seine Präsenz bewahren konnte. Während im literarischen Bereich historische und medizinische Aufarbeitungen des Themas überwogen, fand Kaspar Hauser auch erstaunlich selten den Weg auf die Leinwand. Unter anderem adaptierte die sonderbar angehauchte Geschichte um politische Machtspielereien (Hauser wurde zeitweise als verdrängter Adelserbe betrachtet), Attentate, Kindheitsmisshandlung, geistige Behinderung und medizinische Unstimmigkeiten Kultregisseur Werner Herzog und gab seiner Verfilmung den Titel Jeder für sich und Gott gegen alle. Die italienische Auseinandersetzung mit der kryptischen und widersprüchlichen Geschichte tritt nun mit einer ganz ähnlichen Prämisse der Sinnzuschreibung auf – falls es hier überhaupt Sinn macht, nach Bedeutung zu suchen. Dann ein paar Worte zum Regisseur, bisher blieb ihm große mediale Aufmerksamkeit noch verwehrt: Davide Manuli(Jahrgang 1967) studierte am Lee Strasberg Theatre  Film Institute in New York und inszenierte bisher vier Filme, für die er auch stets das Drehbuch verfasste und als Produzent fungierte. Zudem war er in einzelnen Filmen als Schauspieler involviert. In Venedig wurde er für seine existenzialistische Literaturverfilmung Beket von 2008 mit dem Preis der Filmkritik ausgezeichnet und bewies einer auffindbaren Kritik von Quietearth zufolge auch damit den fanatischen Drang zur extremen Verfremdung seiner Vorlage sowie ein Talent für die besonders exzentrische, unzugängliche Interpretation der zugehörigen Themen und Motive. Kaspar Hauser erscheint formal wie eine direkte Anknüpfung an seine vorherige Arbeit. Denn auch in seinem Becket-Film stellte elektronische Musik ein tragendes Element dar. 

Die Frage die sich nun aufdrängt, ergibt sich beim Sehen des Films schnell und mit überdeutlicher Klarheit: Was will uns dieser Filmemacher sagen und will er uns überhaupt etwas mitteilen? GallosPerformance könnte exzentrischer kaum sein. Als theatraler Hippie-Cowboy mit Langhaarperrücke, Vollbart und Brille grunzt er unentwegt die gleichen Sprüche vor sich hin und kommentiert alles und jeden immer wieder mit einem routiniert vorgetragenen „Well....“ oder „Oh Yeah....“, was bald papageienartig von Calderonis Hauser-Figur wiederholt wird. Die Performances der beiden Schauspieler geben sich wenig in puncto Exzentrik und Hermetik, beide Figuren erscheinen fast als Selbstweck und sind in keiner Form kompatibel mit irgendeiner wie auch immer gearteten Form von Handlungsentwicklung. Kommunikation läuft mal auf Englisch, mal auf Italienisch ab (Gallo spricht hier beide Sprachen), sie scheint hier jedoch bei den meisten Figuren nur eine Farce. ManulisCharaktere, das Wort ist eigentlich eine Übertreibung, rezitieren, gestikulieren, philosophieren, doch alles scheint Schall und Rauch. Manierismen, Kostümierungen und theatrales Overacting regieren die sonderbare Welt, die in ihrer Ausgestaltung und Stimmung zwar höchst einzigartig, aber auch extrem oberflächlich, kulissenhaft, auch etwas beliebig, schlichtweg seelenlos scheint – ein Verdacht, der leider niemals entkräftet wird. Vielleicht kann eine Mischung aus Jodorowsky, den Pythons und New Kids als Orientierung dienen, wirklich beschreiben lässt sich die Stimmung nur schwerlich.






Was die scheinbar lieblose Melange dieser Kaspar Hauser-Variation zusammenhält, ist letztlich nur der universelle Bogen der Musik, der sich immer wieder über die durch 10 Kapitel lose sortierten Plansequenzen spannt und das Sehen zu dem performativen Erleben werden lässt, dass Gallo und Calderoni wie Actionfiguren immer wieder mit ihrem Spiel und ihrer markanter Leinwandpräsenz verkörpern. Wenn die Helden der Erzählung das Böse letztlich transzendent überwunden haben und sich dem neuen spirituellen Führer DJ Hauser hingeben, streift der Film seine krampfige Künstlichkeit ab und gibt in den authentischen Grinsern der Darsteller zu, teilweise nicht mehr zu sein, als Halligalli. La Leggenda di Kaspar Hauser verneint die Hoffnung auf Sinn und schöpft daraus ein merkwürdiges Potenzial, er gibt nie auf, damit zu spielen. Darin ist der Film gewissermaßen erfrischend sadistisch – man mag den plumpen Vergleich verzeihen, doch es passt dann doch einfach so gut Manuli mit einer Katze zu vergleichen, die eine unentwegt zappelnde Maus durch die Gegend schleudert – sei diese nun der Zuschauer oder das spärliche Logikgerüst der Erzählung. Kurz gesagt scheißt der Film ziemlich auf die ewige Sinnsuche des Avantgardekinos und hat anscheinend wenig für sie übrig, wohl nicht einmal genug, um angerissene Inhaltsfetzen wirklich weiterzuspinnen. Bedeutung wird zerkaut, aufgelöst, extrem nervig überhöht, absurd gebrochen, oder es beginnt einfach Musik zu laufen, wenn es zu trocken oder hysterisch wird – und weiter gehts. Es ist zumindest klar, wo die Reise hinführt, das ist ein Anfang: Statt Kontext treibt den Plot eine etwas gleichgültige, aber doch pulsierend lebendige Suche nach Intensität, sei sie auch beliebig und unbefriedigend oder festgefahren im Rahmen ihrer obskuren Umgebung. Auf die Fragen, die er aufwirft, liefert der Regisseur neben der allgegenwärtigen Flucht in Rausch und Sinnentleerung nicht den Hauch einer Antwort und man weiß nicht so recht, ob er es nicht will, oder nicht kann.



Das Bedürfnis, zu entdecken, was die Figuren des Films irgendwo hinter ihrer Fassade anzutreiben scheint, was sie über ein sonderbares Drogenmotiv mit Sinn, Sehnsucht und Fanatismus auflädt, ist bei La Leggenda di Kaspar Hauser letztlich nicht vorhanden. Dennoch will man wissen, was passiert. Eine Kombination, die den Film gleichermaßen unwahrscheinlich spannend und völlig unbefriedigend macht. Seine Welt wird von Statisten, von Puppen bewohnt, an die man sich nach den Credits kaum erinnert, und entdecken lässt sich zwischen den Elektrobeats letztendendes nur eine sonderbare Leere, die bis hin zur Person des Regisseurs ungewohnte Fragen aufwirft. So weit so gut. Ob Manulidie Leere seiner sterilen Bilderwelt zukünftig zu füllen gedenkt, bleibt abzuwarten. Etwas Geduld und einen Blick auf den
eingangs erwähnten, ähnlich gearteten Beckett-Film möchte man trotz einiger Längen nach diesem überaus spaßigen, teils wunderbar nervig-aufdringlichen Film zumindest gerne investieren.

Hier findet sich unsere gesamte Berichterstattung vom International Film Festival Rotterdam 2012.

Bildmaterial: International Film Festival Rotterdam

Cute little Video :)

Thanks to Kacha2 & MattC, here's a new, sweet, cute little video: